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Motorradfahren und mehr…..

2000 – Südfrankreich

Anreise: A72 Hof – A9 Nürnberg – A6 Heilbronn – A81 Stuttgart – Tübingen (1.Übernachtung) A81 Donaueschingen – B31 Freiburg – A5/A36 Mulhouse – Belfort – Besancion – B83 Lyon – B7 Orange (2.Übernachtung in Vienne) – A9 Nimes – Montpellier – Narbonne – Perpignan – Ceret – LLauro

Die Anreise hat sich ganz schön hingezogen, eigentlich war nur eine Übernachtung geplant. Aber es hat geregnet … vom losfahren bis kurz nach Lyon. Da kommt man einfach nicht so gut vorwärts. Außerdem gab es noch einen kleinen Zwischenfall – in Bayreuth mußten wir von der Autobahn runter zum tanken, an der Kreuzung hab ich mich irgendwie verbremst und bums – da lag ich. Weiß auch nicht mehr genau warum, ging alles so schnell. Also schnell wieder aufstehen, Motorrad hochheben (Ronny hat natürlich geholfen!) und der nächste Schreck . . . der Lenker ist total verbogen. Ansonsten noch Bremshebel abgebrochen und Fußbremshebel verbogen.
Zum Glück war die Tankstelle nicht weit und da war auch eine kleine Werkstatt in der wir etwas schrauben konnten. Hierbei nochmal „Danke“ an den netten Besitzer ! Nachdem die Maschine wieder flott war, ging die Fahrt weiter. Natürlich hat es auch wieder angefangen zu regnen und als meine Stiefel immer voller wurden, beschlossen wir uns in Tübingen ein Hotel zu suchen. Am nächsten Morgen ging´s mit neuer Kraft und trockenen Sachen weiter . . . leider begleitete uns der Regen noch bis Lyon. Dementsprechend langsam sind wir auch wieder vorangekommen. In Vienne übernachtete wir nochmals in einem Motel. Am nunmehr schon dritten Morgen war schönes Wetter und wir waren kurz nach Mittag in Llauro bei Bikersparadise.

Campingplatz: Bikers Paradise in Llauro
Es war ein schönes Plätzchen unter Pinien, ein Pool war auch da, Grillmöglichkeit, Sitzecken . . . leider gibt es Bikers Paradise nicht mehr. Die Familie ist ans Meer gezogen und bietet jetzt hauptsächlich Appartments an.

Beschreibung:
Wir haben in den 6 Tagen vieles erlebt und alles aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen. Deshalb erwähne ich nur die wichtigsten Ereignisse, woran wir uns auch sicher noch lange erinnern werden.

Schottertour nach Spanien
Auf dem Zeltplatz haben wir Kai aus Erfurt mit seiner MZ Baghira kennengelernt. Er hat sich uns bei einigen Touren angeschlossen. Mit Hilfe einer Wanderkarte suchten wir nach einem Waldpfad nach Spanien. Leider kann ich den Weg im nachhinein nicht mehr nachvollziehen, da wir auch einige Male wieder umkehren mußten, weil es nicht mehr weiterging. Für mich war es auf jeden Fall eine sehr anspruchsvolle Strecke, da ich ja noch keine Erfahrung im Gelände hatte. Selbst Kai als alter Hase hat zugegeben, daß die Strecke nicht ohne war. Naja, wir haben´s geschafft und bis auf paar Umfaller meinerseits ist nix passiert (obwohl ich manchmal tüchtig die Nase voll hatte). Die engen und sehr steilen Kehren hattens aber auch in sich! Auch die Kuh hat tapfer durchgehalten. Rausgekommen sind wir in einem kleinen Ort in der Nähe von Figueras, dorthin sind wir dann auch gefahren um Mittag zu essen. Der Rückweg führte an der spanischen Küste entlang – Rosas – Llanca – Portbou – zurück nach Frankreich. Vor der Grenze schnell nochmal billig tanken . . . Die Küstenstraße war ansich nicht übel, nur der totale Feierabendverkehr. Aber wir haben festgestellt, daß die französischen und auch spanischen Autofahrer sehr rücksichtsvoll gegenüber Motorradfahrern sind. Meist wird sogar zur Seite gefahren um uns vorbeizulassen. ! ! Abends noch etwas grillen und dann todmüde ins Zelt gefallen.

Montbolo
Von unseren Zeltnachbarn bekamen wir den Tip: in Montbolo gibt es ein privates Endurogelände. Jeder kann dort fahren. Man muß sich nur vorher im Restaurant der Besitzerin melden. Umgerechnet ca. 15 DM pro Person kostet der Aufenthalt im Enduropark, im Preis inbegriffen ist auch noch ein Mittagsmenü. Also sind wir mal dorthingefahren . . . Der Park ist einfach ein großes Areal, wildbewachsen und mit verschiedenen eingefahrenen Streckenabschnitten. Nicht schlecht, für jeden etwas. Klar, es war halt eher einfach und mit einem professionellen Enduropark wohl nicht zu vergleichen, aber es hat Spaß gemacht, wenig gekostet und war legal.

Andorra: Llauro – Ille-s-Tet – Prades – Vernet-les-Bains – Villefranche-de-Conflent – Mont-Louis – Font Romeu – über den Paß nach Andorra

Es war Freitag, unser letzter Tag, und wir beschlossen nochmal schnell nach Andorra zu düsen. Muß man doch mal dortgewesen sein . . . aber ich muß sagen, es ist nicht so toll. Die Anfahrt ja – Andorra nein. Massenweise Hotels, Supermärkte, Parfümerien, Mode- und Elektronikläden. Und nicht zu vergessen die Schmuckläden – also nichts für unseren Geldbeutel. In der Stadt nur Stau, man kommt überhaupt nicht vorwärts, massenweise Touristen die von einem Laden in den anderen rennen. Wir sind eigentlich ziemlich schnell (im Schneckentempo) wieder aus der Stadt raus, etwas außerhalb haben wir nochmal schnell an einem Motorradladen angehalten. Dort haben wir zu einem guten Preis einen Helm für Ronny gekauft, das war schon lange mal nötig. Dann Richtung Spanien raus aus Andorra.
Wir fahren ein Stück durch Spanien um über – La Seu d´Urgell – Bourg Madame – wieder nach Frankreich zu kommen. Noch auf den spanischen Straßen, es war übrigens ziemlich heiß, ist mir eine Wespe in die Jacke geflogen und hat mich in den Rücken gestochen. Fast wär ich gestürzt, konnte mich grade noch so abfangen und anhalten. Das tat vielleicht weh . . . Wir standen also an der Straßenseite, als auch noch die Polizei kam und eine nette spanische Polizistin uns zu verstehen gab, daß wir hier nicht halten dürfen. Da wir ja kein spanisch können, habe ich ihr den Einstich gezeigt und sie hatte Verständnis. Als der Schmerz etwas abgeklungen war, sind wir schnell weitergefahren.

Villefranche-de-Conflent
Auf dem Rückweg von Andorra sind wir an der befestigten Stadt Villefranche-de-Conflent vorbeigekommen und haben spontan angehalten um sie uns anzuschauen. Die Motorräder stellten wir vor der Stadtmauer ab und erkundeten das Städtchen zu Fuß. Wer in die Gegend kommt – es ist ein Anhalten wert! Die Befestigungsanlagen sind alle noch sehr gut erhalten und ins Stadtleben integriert. Oberhalb des Ortes liegt Fort Liberia, einst zum Schutz der Stadt errichtet. Man erreicht das Fort über die “ Treppe der tausend Stufen“ ( es sind aber „nur“ 734 !) Vom Fort aus hat man einen wahnsinnig tollen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Berge!
Absolut empfehlenswert

Sonstiges:
Ansonsten haben wir noch kleinere Tagestouren gemacht zu verschiedenen Zielen in der Umgebung. Die Straßen in der Gegend sind teilweise sehr eng mit scharfen Kehren, also Fahrspaß ohne Ende. Schottertouren kann man auch sehr gut auf den breiten Feuerwehrwegen in den Wäldern machen. Ob es aber offiziell erlaubt ist, weiß ich nicht. Man sollte auf alle Fälle Privatzufahrten meiden ( Briefkästen beachten ) Das könnte sonst Ärger einbringen.

Abreise: Die Rückreise gestaltete sich etwas einfacher, das Wetter spielte mit und wir sind sehr gut vorangekommen. Übernachten mußten wir zum Glück nur einmal. Da in Frankreich an diesem Tag Nationalfeiertag war, hat alles um uns herum gefeiert. Deshalb konnten wir kein einzigen freies Hotelzimmer finden, also sind wir spät in der Nacht todmüde auf einen Campingplatz gefahren. Ronny hat schnell das Zelt aufgestellt und dann sind wir schnell eingeschlafen, trotz Feierlärm und Kirchenuhr ( die war direkt neben dem Zeltplatz). Abschließend kann ich sagen – Frankreich ist eine Reise wert oder auch mehr!

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