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Himmelfahrt 2013 oder auch „Die Flucht vor dem Regen“

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Tag 1:
Donnerstag morgen, die Motorräder sind gepackt, das Wetter soll durchwachsen werden – aber wir sind zuversichtlich. Immerhin habe ich mir bei Louis neue Regenklamotten gekauft, die müssen ja auch ausprobiert werden.

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Das Ziel soll die sächsische Schweiz /Oberlausitz sein. Bis zum ersten Tankstopp in Dresden ist alles gut, Sonne und Wolken wechseln sich ab, aber kein Regen…wir fahren entspannt über Land.
An der Tankstelle eine kurze Pinkelpause gemacht, was getrunken und plötzlich geht’s los….der Himmel wird schwarz und die ersten Tropfen fallen.

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OK, das bisschen Wasser macht uns doch nix aus, also wieder rauf auf die Bikes und weitergefahren. Regenkleidung? Ach brauchen wir noch nicht…sind doch nur paar Tropfen und das hört doch gleich wieder auf…
So fahren wir weiter Richtung Görlitz, dort in der Nähe wollen wir uns einen Campingplatz für die Nacht suchen. Von wegen das hört gleich wieder auf…der Himmel öffnet seine Schleusen richtig und es kommt noch Blitz und Donner dazu. Schnell angehalten und nun doch die Regenklamotten drüber. Meine Füße sind trotzdem schon nass…immer an der selben Stelle kommt das Wasser in den Stiefel.
Wir fahren weiter durch den Regen und in Bautzen halten wir für einen Kaffee und einen kleinen Snack im Restaurant zur goldenen Möwe an. Ich ziehe mir trockene Socken an und Müllbeutel in die Stiefel, das ist die beste Methode um die Füße trocken zu halten wenn der Stiefel einmal nass ist.

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In Görlitz angekommen suchen wir per Handy nach einem Campingplatz, aber direkt in  der Nähe ist keiner zu finden. Also ziehen wir weiter nach Rothenburg, dort ist das Neiße-Aktiv Camp – der östlichste Zeltplatz Deutschlands.
Auf dem Weg dorthin fahren wir noch an der Kulturinsel Einsiedel vorbei. Das ist ein riesiger Erlebnispark bestehend aus künstlerischer Holzgestaltung und mit dem einzigen Baumhaushotel Deutschlands. Leider noch recht unbekannt, aber definitiv eine Reise wert, vorallem wenn man Kinder hat!
In Rothenburg angekommen scheint dort doch tatsächlich die Sonne, der große Regen ist eben durch.
Riesige Pfützen auf dem Campingplatz und eine klatschnasse Wiese zeugen davon.
Schnell das Zelt aufgebaut und den mitgebrachten Einweg- Grill angeworfen…den Tag ausklingen lassen und dann hundemüde in den Schlafsack kriechen.


Tag 2:
6:00 Uhr morgens. Der Regen trommelt aufs Zelt, schon in der Nacht hat es wieder angefangen.
Ich drehe mich nochmal um und hoffe, dass es bis zum Aufstehen aufhört. Und tatsächlich, um kurz nach 7 stehe ich auf und kann ohne Regensachen in den Waschraum gehen. Nur die Wiese ist wieder klatschnass.
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Als ich zurück zum Zelt komme, hat der Mann schon einiges zusammengepackt und schaut mich böse an. Wie kann ich nur so lange trödeln, obwohl der Himmel schon wieder tiefschwarz wird. Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, öffnet er wieder seine Schleusen und zwar ordentlich.
Wir verkrümeln uns schnell ins Zelt und hoffen es ist nur ein Schauer…aber es regnet sich richtig schön ein und wir haben nicht mal die Möglichkeit uns einen Kaffee zu kochen. Nach einer halben Stunde geben wir auf, ziehen uns an, packen bei strömendem Regen das Zelt zusammen, verstauen alles auf den Motorrädern und fahren los.
Ohne Kaffee und Frühstück!!!!
IMG_1850 Wir hoffen unterwegs mal irgendwo anhalten zu können, aber momentan sieht es gar nicht so aus…wir sind in der Pampa…irgendwo im Nirgendwo. Also fahren wir weiter über Bad Muskau und Guben bis nach Eisenhüttenstadt. Dort endlich empfängt uns ein goldenes M und wir machen eine Pause. Es ist auch schon kurz nach 11 Uhr.
So sitzen wir im Trockenen, trinken heißen Kaffee und essen uns erst mal richtig satt. Draußen regnet es noch immer.
Ich suche in der Wetter App nach einem Ziel ohne Regen und siehe da, in Berlin ist schöneres Wetter.
Also auf nach Berlin!

Satt und mit neuer Hoffnung starten wir wieder los Richtung Königs Wusterhausen.
In Storkow eine kleine Fotopause – erstmals im Trockenen! Wir fahren trotzdem schnell weiter, denn es türmen sich immer noch viele schwarze Wolken am Himmel.
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In Königs Wusterhausen suchen wir nach einem Motorradhändler um Kettenspray zu kaufen, die Kette vom Mann quietscht schon die ganze Zeit verdächtig. Wir haben zwar ein Spray dabei, leider ist da die Düse verstopft.
Einzigen Händler den wir finden – Harley…tja, wieder nix, dank Riemenantrieb hatten die natürlich auch kein Kettenfett.
Also weiter nach Berlin, wir wollten eh der Louise einen Besuch abstatten, der Mann braucht auch neue Regensachen, die alte Kombi ist undicht.

Endlich erreichen wir den Stadtrand. Die Kette quietscht munter vor sich hin und an einem Supermarkt kommt mir eine Idee. Wir kaufen einfach ein billiges Deo und nehmen die Düse fürs Kettenspray. IMG_1859
Es wird zwar eine kleine Sauerei, aber der Erfolg ist sichtbar – die Kette ist wieder gefettet und sagt keinen Mucks mehr.
Wir fahren quer durch die Stadt und statten dem Louis Shop in Reinickendorf einen Besuch ab. Ein paar wichtige Dinge werden eingekauft und dann geht’s darum einen Campingplatz zu finden.
Wir landen schließlich in Spandau auf dem Campingplatz Gatow.
Man teilt uns einen schönen, sonnigen Platz zu und wir breiten erst mal die nassen Sachen zum Trocknen aus.
Ich bin ziemlich geschafft wie man sieht!
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Später essen wir noch unsere Bockwürste und schlafen dann bald, weil der Tag doch ziemlich geschlaucht hat.


Tag 3:
Am Samstagmorgen werden wir von Vogelgezwitscher geweckt, die Sonne scheint und die Welt ist in Ordnung. Nach Duschen und ausgiebigem Frühstück wollen wir heute eine kleine Tagestour machen. Zuerst wollen wir nach Potsdam, Schloss Sanssouci und den schönen Park mal anschauen.
Also schnell das Nötigste in den Tankrucksack gepackt und los geht’s. Unterwegs treffen wir schon einige Busse, womit die Touristen angekarrt werden. Zum Glück ist der Park extrem weitläufig, so dass man von den vielen Menschen nicht so viel merkt.
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Wir laufen einmal vom neuen Palais durch den Park zum Schloss und zurück, dann reicht‘s auch für heute mit dem „zu Fuß gehen“.
Wir  schwingen uns auf die Bikes und fahren wieder los, diesmal ohne Navi – haben uns eine Wanderkarte besorgt und wollen über kleine Dorfstraßen fahren. Bald hören die befestigten Straßen auf und es geht nur noch über Sandwege weiter.
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Das war Endurowandern vom Feinsten und hat riesigen Spaß gemacht. Ab und zu mussten wir umkehren, weil es nicht weiter ging oder die Wege dann gesperrt waren, aber irgendwann waren wir dann wieder auf der B-Straße.
Wir sind dann noch um den Schwielowsee gefahren und nach einem kleinen Einkauf ging‘s zurück zum Campingplatz.
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Auf dem Platzt sagt man uns, dass morgen das Wetter wieder schlechter werden soll, aber da geht’s ja eh nach Hause.
Den Abend lassen wir mit Steak und Wein ausklingen und ich bin ein wenig traurig, dass die Tage so schnell vorbei waren.


Tag 4:
Heute sieht der Himmel nicht mehr so einladend aus, aber noch ist alles trocken. Wir frühstücken in Ruhe und packen dann alles zusammen, damit wir nicht allzu spät Zuhause sind.
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Die Rückfahrt soll wieder über Land erfolgen, auf Autobahnen wollen wir weitestgehend verzichten.
So fahren wir erst mal wieder nach Potsdam, von da aus auf die B2 in Richtung Lutherstadt Wittenberg.
P1000355Vorbei an scheinbar endlosen Spargelfeldern, auf denen auch zum Sonntag gearbeitet wurde, kamen wir in eine kleine Stadt namens Treuenbrietzen…ein kurzer Stopp für ein Foto und einen Schluck Wasser.
Weiter geht’s über Wittenberg durch die Dübener Heide nach Leipzig. Von da aus auf die B93 über Borna und Altenburg Richtung Zwickau und dann waren wir ja schon fast Zuhause.
Diesmal sind wir fast trocken durch gekommen, nur auf den letzten 10 km musste es natürlich nochmal schütten!

Fazit: Trotz viel Regen war es ein tolles Wochenende und eine schöne Einstimmung für Schweden. Die Ausrüstung hat bis auf ein paar Kleinigkeiten gepasst, da kann doch jetzt kaum noch was schief gehen..;-)


15 Kommentare

  1. Hallo, wir waren letztens auch bei Neiße Tours, bzw auf dem Östlichsten Camping und Zeltplatz in Deutschland beim Neiße Camp.

    Nach Empfehlung deines Betrages waren wir letzten Sommer nach Sachsen, bzw in die Lausitz / Oberlausitz gefahren um ein wenig Enspannung und Ruhre auf dem Zeltplatz zu suchen.

    Ich kann es nur jedem begeisterten Camper empfehlen, es ist dort einfach WUNDERBAR =)

    http://www.neisse-tours.de/neissecamp.html

    Danken kann ich dir nur, dass du uns Aufmerksam gemacht hast.

  2. In die Gegend werde ich auch die Tage kommen. Und wie es aussieht, haben wir den gleichen Kocher… 🙂
    Ich hoffe allerdings, daß das Wetter besser sein wird.

    • Dann kannst Du suchmal hier bei uns vorbei kommen….ich freue mich immer über Besucher und wenn sie noch das richtige Motorrad fahren erst recht 😉

      • Bis nach Zwickau bin ich nicht gekommen. Das wird eine andere Reise werden. Aber ich bin an einigen Orten gewesen, an denen Ihr auch wart. Ich muss jetzt erst mal Filme entwickeln und Bilder sortieren und danach kann ich an meinen Bericht gehen…
        Wenn ich nach Zwickau komme, dann sage ich Bescheid und komme gerne vorbei!

        • Klingt super! Würde mich sehr freuen….
          Bist du zufällig auch am nächsten Wochenende in Garmisch beim großen BMW-Treffen? Wir wollen Freitag mal hin düsen….
          LG

  3. Danke schön…wollen wir hoffen, dass es in diesem Jahr besser wird…..;-)

  4. Toller Bericht und schöne Fotos – hat Spaß gemacht ihn zu lesen.
    Freue mich schon auf eure weiteren Abenteuer 🙂

    Gruß
    Herbert

  5. Hallo Heike…
    Schön dass du hier her gefunden hast…wie schon geschrieben, habe ich eine kleine Blockade, aber ich denke wenn das Wetter weiter so bergab geht und mit Motorradfahren eh nix mehr wird, dann kommt die Lust zum schreiben auch wieder…
    Schau doch mal wieder rein…was fährst du denn?
    Liebe Grüsse von der ChaosQueen

  6. Hallöchen – ich bin über Funny Fundurina zu euch gestoßen. Schön anschaulich geschrieben, da bekam ich so einige Anregungen für meine Blümchentouren :-).
    Viele Grüße und immer genug Profil und Kettenfett :-).
    Heike

  7. Ja Svenja, war trotzdem sehr sehr schön..mit den richtigen Klamotten und Reifen macht das Fahren auch im Regen Spaß;-) ich wünsche Dir eine doch etwas regenfreiere Zeit und falls Du auf dem Rückweg über Schweden kommst, lass mal was hören!
    Dann Grillen wir zusammen ein großes Stück Fleisch!

    LG Antje

  8. Ach, ihr Beiden, das war doch eine tolle Tour, weil eigentlich jede Motorradtour mit Zelt und Schlafsack klasse ist. Selbst wenn man mal nass geworden ist.
    Heute in einer Woche bin ich schon fast in Geiranger. Oh, ich freu mich schon so.
    Eine gute Reise wünsche ich euch. Ihr startet ungefähr, wenn ich auf dem Rückweg vom Nordkap schon halb durch Finland durch bin und vermutlich auf den Åland Inseln bin.

    Liebe Grüße
    Svenja

  9. Ach mach Dir keine Sorgen, unsere Tochter ist 17 und muss auch die Bude hüten..;-)
    Ich bin gespannt auf deinen Bericht…gute Fahrt und komm gesund wieder..;-)
    Heute regnet es (noch) nicht aber kalt….
    LG Antje

  10. Hey Hanno,

    ich wünsche Dir ne gute Reise..lass uns doch danach auch bisschen an Deinen Erfahrungen teilhaben…bei uns geht’s am 16. Juni auf die Fähe..freuen uns schon wie verrückt 😉
    Wie lange wirst Du unterwegs sein?
    LG Antje

    • Hi Antje,
      jou, mach ich, nachdem ich so den Einen oder ANderen Blog/Website gesehen habe, von netten Menschen, die ihre Reisen „teilen“, will ich mich auch mal damit befassen. Und dann hinterlasse ich bei Euch natürlich meine Spuren 🙂
      Meine Tour startet am 29. um 03.00h Uhr in Travemünde, der eigentliche Ritt in Tallin startet dann am 31.5. Zu Haus bin ich dann wieder am 9.6. (am 10. gehts wieder zur Arbeit)
      Will hoffen, dass meine 15-Jährige Tochter die Bude bis dahin nicht abgefackelt hat, bin aber eigentlich recht optimistisch 🙂
      LG zurück (…und es hat ENDLICH aufgehört zur regnen…)
      Hanno

  11. Hej,
    toller, sehr anschaulicher Bericht. Bin über Svenja´s (Svendura) Blog drauf gekommen.
    Eure Tour erinnert mich sehr an die schönen verwässerte Pfingst-Motorradtouren nach Dänemark 😉
    Als alter Dänemark-Enduro-Fahrer spricht mich sowas NATÜRLICH an!
    Ich wünsch Euch eine schöööne SChweden-Reise, ich selber werde ab 29.5. auf der Fähre nach Tallin (über Helsinki, direkt geht von Travemünde oder Kiel nix) sein und gemütlich mit meiner XChallenge immer so Dicht wie möglich an der Ostsee runter nach HH zurück fahren. Freu´ ich mich schon mächtig drauf…
    Viele Grüsse aus Hamburg
    Hanno

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